Portrait
Bauernhof
14806 Fredersdorf
Potsdam-Mittelmark
Geschlossener Vierseithof
mitteldeutsch

Das Grundstück ist ein früherer Büdner- bzw. Häuslerhof. Die Büdner-/Häuslerschicht entstand nach Ende der 30-jährigen Krieges 1648. Die Büdner bildeten in den Dörfern eine soziale Unterschicht, unterhalb der Hüfner (das waren die eigentlichen Bauern) und der Kossäten. Die Bezeichnung „Büdner“ leitet sich davon ab, dass diese Leute ursprünglich nichts weiter als ein einfaches Haus (eine „Bude“) besaßen, und dazu meist einen kleinen Garten. Sie waren also auf Lohnarbeit bei den Bauern oder auf den Gütern angewiesen. Insofern handelt es sich bei diesem Hof  nicht um einen historischen Bauernhof.

Zum Gehöft: Es wurde zwischen 1689 und 1708 angelegt und aufgebaut, gehört damit zu den jüngeren Gehöften im Ort. Beispielsweise haben die Nachbargehöfte bereits vor 1552 existiert, unser direktes Nachbar-Gehöft entstand zwischen 1565 und 1570.

Unser Gehöft ist  von einem Christian Neu(e)ndorf angelegt worden, der 1708 und 1715 als Besitzer nachweisbar ist. Ihm folgte ein Friedrich Spieseke, und 1764 saß dann schon der Martin Rettig auf dem Hof, der – wie bereits mitgeteilt – auch noch 1775 Besitzer war. Im Steuer-Schock-Kataster von 1805 ist das Anwesen inkl. des Gartens, der zu einer Dresdner Metze Aussaat veranschlagt wurde, mit drei Schock veranlagt.

Weitere Daten:

– Besitzer 1775 Martin Rettig
– Besitzer 1803 Peter Block

1803  umfasste Häuslergehöft das Grundstück ein Wohnhaus mit eingebautem Kuhstall, Hofraum und einen Garten. Auf der Separationskarte von 1842 (an der Tafel am Dorfplatz zu sehen) ist der Hof eingezeichnet. Demnach stand das Wohnhaus mit eingebautem Stall nicht an der Straße, sondern traufständig etwas zurückgesetzt auf dem Hof. Das Haus Neben dem Wohnhaus gab es zur Straße hin noch ein kleines Nebengebäude.

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