Niemegk ist eine alte Stadt mit vielen kleinen Helden. Es sind Menschen, die mit ihrem Mut, ihrer Kraft und ihren Ideen die Stadt zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Es ist eine liebens- und lebenswerte märkische Kleinstadt
im Fläming. Die Teilnehmer der Stadtführung erfahren die Geschichte der Stadt an historischen Orten mit Zeugnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Niemegk hat zum Beispiel das bedeutendste Rathaus der Renaissance im Land Brandenburg. Die St. Johannis Kirche wurde nach einem Entwurf aus dem Jahre 1851, im nostalgischen Stil erbaut. Der Entwurf stammt von Friedrich August Stüler, einem Schüler von Schinkel. Es ist bereits die 4. Niemegker Kirche. Ein Zeugnis sächsischer Vergangenheit ist die Postsäule von 1729, die einst die Niemegker Bürgermeister nicht bezahlen wollten. Es sind die kleinen Heldengeschichten, die eine Stadtführung ganz besonders machen. Im historischen Wasserturm kann man im Hofladen regionale Produkte kaufen und das Braumuseum inklusive Likörmanufaktur besichtigen.

Brausenmuseum im Turm

Famiiie Hohne hat den Niemegker Wasserturm vor dem Abriss bewahrt und liebevoll saniert. Heute ist der Wasserturm ein Denkmal. In dem 100 Jahre alten Gebäude befindet sich heute ein kleines Brausemuseum, deren Exponate sich während der langwiihrenden Familientradition angesammelt haben. Von Maschinen zur Bügel-Flaschen-Abfüllung, Reinigung und Verschlussvorrichtungen bis zu einer Sammlung historischer Glasflaschen sind zu sehen. Bei einer Führung erklärt Sabine Griesbach, wie alles einmal angefangen hat – mit der Brause, dem Bier und dem Schnaps. Im Gebäude sind die erste „fläminger“ Likörmanufaktur und auch ein kleiner Hofladen im Erdgeschoss untergebracht.

Ein Hauch von Afrika

Den ganz besonderen Geschmack der „fläminger“-Leberwurst machen die regionalen Zutaten aus, aber auch ein Hauch Afrikas. Bodo Hohnes Schwager Robert Zorn lebt seit vielen Jahren in Namibia. Bei einem erlebnisreichen Besuch in Windhoek waren Hohnes Gäste bei einem befreundeten Ehepaar und durften dort hausgemachte Leberwurst probieren. „Das Geschmackserlebnis war überraschend!“, erzählt Ehe frau Astrid. Der charakteristische
Leberwurst-Geschmack wurde von unzähligen Krautern verfeinert. Nach einer unheimlich langen Nacht, vielen afrikanischen Bieren und unzähligen Bitten an den Gastgeber, erhielten Hohnes das Original-Rezept. Nach ihm wird die „fläminger Kräuter-Leberwurst nun zum Geschmackserlebnis im Hohen Flaming.

Die alte Klosterruine

Der alte Feldsteinbau, das sogenannte Kloster, in der Großstraße ist ein Baudenkmal aus dem 13. / 14. Jahrhundert. Es zählt zu den ältesten Gebäuden in Brandenburg. „Was es ursprünglich war, ist nicht genau bekannt,“ heißt es in einer Stadtchronik. Man nimmt an, dass es eine klösterliche Einrichtung an der Stadtmauer war. Das Kloster ist zur Zeit herrenlos und sucht einen neuen Eigentümer, der es wieder aufbaut.

Das Rathaus (Bild 1) stammt von 1750 und wurde im Renaissance-Stil errichtet und besitzt deshalb im Land Brandenburg Seltenheitswert.

Historisches

200 Jahre Preußen

Die Niemegker werden 1815 preußisch. Am 22. Mai 1815 entließ sie der sächsische König Friedrich August aus dem Eid: „Zufolge der den verbündeten Mächten ertheilten Zusage entlasse Ich Euch, Ihr Unterthanen und Soldaten
der von Mir abgetretenen Provinzen Eures Eides und Eurer Pflichten gegen Mich und Mein Haus, und Ich empfehle Euch, treu und gehorsam zu seyn Eurem neuen Landesherren.“ Noch am gleichen Tag wurde Niemegk preußisch.

„Patent wegen Besitzergreifung des mit der Preußischen Monarchie vereinigten
Antheils von Sachsen. Gegeben Wie, den 22sten Mai 1815.“

„Die Beamten bleiben, bei vorausgesetzter treuer Verwaltung, auf ihren Posten, und im Genuß ihres Gehalts und ihrer Emolumente (regelmäßig ausgezahlte, jedoch schwankende Vergütungen). Jedermann behält den Besitz und Genus seiner wohlerworbenen Privatrechte. Was Wir künftighin in den Gesetzen und den Formen zu ändern beschließen, wird nur durch Rücksicht audf die Wohlfahrt des ganzen Landes und der Einwohner aller Klassen begründet, auch sorgfältig mit eingebornen, der Landesverfassung kundigen und patriotisch gesinnten Männern
berathen werden. Die ständische Verfassung werden Wir erhalten, und sie der allgemeinen Verfassung anschließen, welche Wir Unseren gesamten Staaten gewähren werden.“

Im Kirchenbuch von 1815 fand man folgende Notizen:
1815 wurden 92 Kinder geboren. Es starben 59 Personen. Geheiratet haben 29 Paare.

Hinweise: Getränke Hoehne, Zum alten Brauhaus,…

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